Blue – A Conversation on Collective Osmosis
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Symposium auf Englisch
I try to live in black and white, but I'm so blue.
Zitat von Billie Eilish von einer „Frequencies“-Leinwand, Potsdam 2026
Samstag, 20.6.2026
13–19 Uhr
Mit der Ausstellung Kollektive Osmose gestaltet Oscar Murillo die Innen- und Außenräume des MINSK zum Schauplatz eines lebendigen Experiments über Gemeinschaft um. Eine Reihe von Vorträgen, Gesprächen und Performances unter dem Titel Blue – A Conversation on Collective Osmosis bilden einen Resonanzraum mit den in der Ausstellung verhandelten Themen wie Durchlässigkeit, Austausch, Transformation und Bewegung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Farbe Blau: im Werk von Oscar Murillo und Claude Monet sowie in zeitgenössischen künstlerischen Praktiken.
Das Symposium ist kostenlos. Eine Anmeldung ist für alle Teilnehmenden erforderlich.
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Hinweis: Die Veranstaltungssprache ist ausschließlich Englisch.
Programm
Begrüßung
Anna Schneider
13:00 | Keynote
von Mayra A. Rodríguez Castro
Einführung: Anna Schneider
13:45 | Reading Performance
»Flight through Territories – A Reading of Flight Drawings«
mit Alice Vilanculo
Eine Performance von Oscar Murillo
14:00 | Mittagessen
Cafébar Hedwig
14:45 | Podiumsdiskussion
The Colour Blue in Contemporary Artistic Practices
mit Robin Rhode & Göksu Kunak
Moderation: Zippora Elders
15:45 | Keynote
The History of Blue Pigments: Between Matter and the Immaterial
von Evie Hatch
Einführung: Daniel Milnes
16:30 | Kaffeepause
Cafébar Hedwig
17:00 | Musik-Performance
Blues Redux
von Lamin Fofana
18:00-19:00 | Ausklang
mit gemeinsamen Malen, Aktivierung der Ofenskulptur Brenda von Gabriel Chaile und BBQ auf der Terrasse.
Reading Performance
Ab 14. März 2026 bespielt der in Kolumbien geborene Künstler Oscar Murillo die Innen- und Außenräume des MINSK und macht das Potsdamer Kunsthaus zum Schauplatz eines lebendigen Experiments über Austausch und Gemeinschaft. Mit seinem Projekt »Kollektive Osmose« schafft Murillo einen Dialog zwischen seiner zeitgenössischen malerischen Praxis, seinen Installationen und den impressionistischen Werken Claude Monets. Für das Symposium zeigt Murillo die Performance »Flight through Territories - A Reading of Flight Drawings«.
Paneldiskussion
Göksu Kunak wird im Rahmen der Podiumsdiskussion über die Farbe Blau im Zusammenhang mit der Ausstellung REMAINS bei EBENSPERGER sprechen und dabei sowohl kunsthistorische als auch emotionale Dimensionen beleuchten. Ausgehend von Yves Klein, Maggie Nelsons »Bluets« und Derek Jarmans »Blue« wird Kunak Blau als Raum der Immaterialität, der Entfremdung, des Begehrens, des Verschwindens und der körperlichen Spuren erörtern.
Robin Rhode wird im Rahmen der Podiumsdiskussion sein Werk im Zusammenhang mit der vielschichtigen preußischen Geschichte Potsdams skizzieren und greift dabei auf die symbolische Bedeutung des Preußischblau als historisches Pigment und kulturelles Zeichen zurück. Die tiefen Blautöne, die man mit den königlichen Schlössern und der dekorativen Kunst Potsdams assoziiert, werden in Rhodes Praxis zu einer zeitgenössischen Sprache der Bewegung, Erinnerung und räumlichen Intervention. Robin Rhode wird auf die Schriftstellerin May Ayim als wichtige Inspiration für seine Verwendung der Farbe Blau Bezug nehmen. Ausgehend von Ayims Reflexionen über schwarze Identität, Erinnerung und Sichtbarkeit verbindet Rhode die symbolische Geschichte des Preußischen Blaus in Potsdam mit zeitgenössischen Fragen nach Raum, Bewegung und Repräsentation.
Keynote Evie Hatch
In ihrer Keynote mit dem Titel »The History of Blue Pigments: Between Matter and the Immaterial« geht Evie Hatch der Farbe Blau nach: Blau ist eine Farbe, die sowohl mit dem Himmlischen als auch mit dem Immateriellen verbunden wird. Gleichzeitig beruhte die Herstellung blauer Pigmente stets auf physischen Prozessen: Dem Abbau von Lapislazuli, dem Anbau von Indigo und Kobaltabbau und der modernen industriellen Chemie. Die industrielle Verbreitung von synthetischen blauen Pigmenten im 19. Jahrhundert veränderte die Funktion von Farbe in der Malerei grundlegend und prägte die sich auflösenden Bildoberflächen von Claude Monets Seerosen ebenso wie später die kollaborativen und partizipativen Arbeiten von Oscar Murillo. In diesen unterschiedlichen Zusammenhängen erscheint Blau als Schwelle zwischen materieller Substanz und immaterieller Erfahrung.
Musikperformance
In seiner Performance »Blues Redux« greift Lamin Fofana Passagen aus den Alben »Blues«, »The Open Boat« und »Shafts of Sunlight« wieder auf. Es ist ein Akt der Einladung, ein Nachdenken über Schluchten und Bäche in einer offenen, improvisierten Performance-Installation mit Fragmenten und Überresten aus ausgedehnten Studioaufnahmen. Es ist eine Unterbrechung der Linearität der historischen Zeit, die der Historiker Robin D. G. Kelley als »Blues-Zeit« bezeichnet; sie ist gleichzeitig im Moment, in der Vergangenheit, in der Zukunft und im zeitlosen Raum der Vorstellungskraft.
Biografien
Mayra A. Rodríguez Castro ist Autorin und Herausgeberin. Im Jahr 2018 war sie Postdoktorandin an der Freien Universität Berlin und erhielt 2019 das Anne-Waldman-Stipendium der Naropa University. Ihr Essay „El nuevo sublime“ war 2019 Finalist beim Nationalen Essay- und Kritikpreis in Kolumbien. Castro ist Herausgeberin von „Dream of Europe: Selected Seminars and Interviews, 1984–1992“ (Kenning Editions, 2020), einer Sammlung bisher unveröffentlichter Vorträge von Audre Lorde, die 2021 in die engere Auswahl für den Pegasus Award for Poetry Criticism kam. Sie ist außerdem Autorin von „Another Sun“, einem Buch in Form eines Gesprächs mit der Aktivistin und Politikwissenschaftlerin Françoise Vergès (Divided Publishing, 2026). Seit dem Jahr 2025 ist Castro Teil des künstlerischen Teams der documenta 16 bei.
Zippora Elders ist Generaldirektorin und künstlerische Leiterin des niederländischen Nationalmuseums für Fotografie, des Nederlands Fotomuseum in Rotterdam, sowie Kuratorin, Autorin und Kunsthistorikerin. Zuvor war sie unter anderem als leitende Kuratorin am Van Abbemuseum in Eindhoven, als Leiterin der kuratorischen Abteilung und Outreach am Gropius Bau in Berlin, als Direktorin des Kunstfort bij Vijfhuizen, als Co-Kuratorin von Sonsbeek20-24 in Arnheim und als Kuratorin des Foam Museum for Photography in Amsterdam tätig. Sie ist Vorsitzende oder Mitglied in den Aufsichtsräten einer Reihe von Kulturorganisationen und fungiert regelmäßig als Beraterin und Jurorin für internationale Plattformen.
Lamin Fofana ist Künstler und Musiker, und lebt derzeit in New York. Seine Musik kontrastiert die Realität unserer Welt mit dem, was jenseits davon liegt, und erforscht Fragen der Bewegung, Migration, Entfremdung und Zugehörigkeit. Fofanas sich überschneidende Interessen an Geschichte und Gegenwart sowie seine Praxis, Text in das gefühlsbetonte Medium Klang zu verwandeln, finden ihren Ausdruck in multisensorischen Live-Performances und Installationen mit originären Musikkompositionen, Feldaufnahmen und Archivmaterial. Fofana moderiert eine monatliche Radiosendung bei NTS Radio.
Evie Hatch ist eine in London lebende Autorin, Kunsthistorikerin und Künstlerin, deren Arbeit sich auf die Geschichte von Pigmenten konzentriert, insbesondere im Kontext europäischer Malerei. Sie studierte Kunst am Camberwell College sowie Kunstgeschichte am Courtauld Institute. In ihren digitalen Formaten beschäftigt sie sich mit den materiellen und kulturellen Geschichten von Künstlerfarben. 2025 veröffentlichte sie das Buch Pigment Stories.
Göksu Kunak wurde 1985 in Ankara geboren. Sie ist Künstlerin, Forscherin und Autorin und lebt in Berlin. Ausgehend von Einflüssen der Arabesk-Kultur, der Spätmoderne und dem Orientalismus-Diskurs untersucht Göksu Kunak kritisch Prozesse der Selbst-Orientalisierung sowie Strategien der Tarnung, Selbstzensur und spekulativen Fiktion durch Performance und Installation. Im Jahr 2025 wurde Kunak mit dem Kunstpreis der Akademie der Künste (Berlin) ausgezeichnet. Kunaks Arbeiten wurden international an Institutionen und Veranstaltungsorten präsentiert, darunter die Performa Biennale, New York; die Neue Nationalgalerie, die Sophiensaele; das deSingel Arts Center, Antwerpen; das Kaaitheater, Brüssel; und das Van Abbemuseum, Eindhoven.
Oscar Murillo, geboren 1986 in La Paila/Kolumbien, arbeitet mit Malerei, partizipativen Projekten, Video, Ton und Installationen. Seine Werke untersuchen Vorstellungen von Kollektivität und gemeinsamer Kultur und zeigen sein Engagement für die Kraft der materiellen Präsenz von Kunstwerken sowie seine kritische Sichtweise auf die heutige Gesellschaft. Murillos groß angelegtes partizipatives Auftragswerk The flooded garden, inspiriert von den in Giverny entstandenen Werken Claude Monets, war im Sommer 2024 in der Turbinenhalle der Tate Modern zu sehen. 2023 wurde Murillo die Ehrendoktorwürde der University of Westminster verliehen; 2019 war er einer von vier Künstler:innen, die sich den renommierten Turner Prize teilten.
Robin Rhode lebt und arbeitet seit 2002 in Berlin und wurde 1976 in Kapstadt, Südafrika, geboren. Der in Berlin lebende multidisziplinäre Künstler bedient sich einer Vielzahl visueller Ausdrucksformen wie Fotografie, Performance, Zeichnung, Malerei und Skulptur, um faszinierend schöne Erzählungen zu schaffen, die mit alltäglichen Materialien wie Seife, Kohle, Kreide und Farbe zum Leben erweckt werden. Robin Rhode hatte weltweit bedeutende Einzel- und Gruppenausstellungen, unter anderem im Kunstmuseum Wolfsburg, im Haus Konstruktiv in Zürich, im Haus der Kunst in München, im Los Angeles County Museum of Art in Los Angeles, im Museum of Modern Art in New York und an vielen weiteren Orten. Darüber hinaus hat Rhode an der 51. Internationalen Biennale in Venedig, Italien, der Biennale von Sydney, Australien, der New Orleans Biennale, USA, der Moskauer Biennale, Russland, der Yokohama Triennale, Japan, der Taipei Biennale, Taiwan, und der Busan Biennale, Südkorea, teilgenommen.
Alice Vilanculo ist eine portugiesisch-brasilianische Theater- und Fernsehschauspielerin, die in London lebt. Zu ihren Rollen zählen: „Cheaters“ (BBC), „Feel Good“ (Netflix), das für den Olivier Award nominierte Theaterstück „Rosmersholm“ (West End) sowie der demnächst erscheinende Film „The Wanted Man“ (Apple TV). Alice Vilanculo arbeitete bereits mit Oscar Murillo zusammen, im Rahmen seiner Ausstellung „A Storm is Blowing from Paradise“ in Venedig in der Scuola Grande della Misericordia.
Weitere Informationen
Wann
Sa, 20.6.2026, 13–19 Uhr
Dauer
5 Stunden plus Ausklang
Sprache
Englisch
Treffpunkt
Foyer
Kosten
Das Symposium (exklusive Ausstellungsbesuch) ist kostenlos. Eine Anmeldung ist für alle Teilnehmenden erforderlich.
Für einen (optionalen) vorherigen Ausstellungsbesuch bitte individuell ein Hausticket erwerben.
Buchung
Vor Ort oder Online
DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam
Max-Planck-Straße 17
14473 Potsdam
DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam ist 5 Minuten fußläufig vom Hauptbahnhof Potsdam zu erreichen.
Anfahrt aus Berlin: S-Bahn S7
Anfahrt vom Flughafen: RB 22 und S7
***Aufgrund von Bauarbeiten ist die Bahnverbindung zwischen Berlin und Potsdam derzeit mit den Regionalbahnlinien eingeschränkt. Wir empfehlen Ihnen, für Ihre Anreise die S-Bahn zu nutzen oder sich vor Reiseantritt über die aktuellen Verbindungen nach Potsdam zu informieren.