DAS MINSK logo

Meine Mutter, die Akkordarbeiterin Hier Sitzplatz reservieren

Über Arbeitsmigration und Kunstgeschichte
Vortrag von Dr. Gürsoy Doğtaş in englischer Sprache

Azade Köker, Die Akkordarbeiterin, Detail aus der Skulpturengruppe Fließband, 1987

Samstag, 6. Juni 2026
19 Uhr

Als Westdeutschland zwischen 1955 und 1973 im Rahmen der Anwerbeabkommen »Gastarbeiter:innen« rekrutierte, kamen auch Künstler:innen aus den Anwerbeländern. Einige reisten mit einem Stipendium ihres Herkunftslandes oder über den DAAD ein. Andere begannen als Fabrikarbeiter:innen und schrieben sich nebenher an Kunsthochschulen in Düsseldorf, West-Berlin oder Braunschweig ein. Wieder andere schufen Kunst parallel zur Schichtarbeit, abseits der symbolischen und ökonomischen Anerkennungsstrukturen des Kunstbetriebs. Viele der Werke dieser Künstler:innen galten den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeitsmigrant:innen. 

In seinem Vortrag widmet sich Gürsoy Doğtaş diesem wenig beachteten Kapitel der Kunstgeschichte und verbindet es mit seiner eigenen Lebensgeschichte als Kind einer Gastarbeiterin und eines Gastarbeiters aus der Türkei. 

Im Anschluss an den Vortrag bietet der Abend Gelegenheit mit Forschenden und Studierenden ins Gespräch zu kommen sowie in der Cafébar Hedwig und auf der Terrasse des MINSK bei einem sommerlichen BBQ und Musik zu verweilen. Ab 20:30 Uhr legt Anele auf der Terrasse ein stimmungsvolles Set auf. Die Cafébar Hedwig hat an diesem Abend bis 22 Uhr geöffnet. 

Hier Sitzplatz reservieren

 

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Summer School »Refugee Integration? Critical Reflections on Past and Present« in Zusammenarbeit mit der Professur für Globalgeschichte der Universität Potsdam statt.  

Parallel zur Ausstellung von Oscar Murillo realisiert DAS MINSK gemeinsam mit der Universität Potsdam ein wissenschaftlich begleitendes Veranstaltungsprogramm, das die künstlerischen Fragestellungen im Dialog mit historischen und aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu Migration, Integration und kollektiven Erfahrungsräumen reflektiert. Lesend, diskutierend und forschend wird die Ausstellung zu einem offenen Denkraum, in dem Kunst und Wissenschaft produktiv aufeinandertreffen. 

Die Summer School wird in Zusammenarbeit mit Universitäten in Cagliari (Italien), Brno (Tschechische Republik), Pécs (Ungarn), Paris Nanterre (Frankreich), Rennes (Frankreich), Jaume I (Spanien) und Südostnorwegen durchgeführt. Diese Institutionen bilden gemeinsam den Hochschulverbund The European Digital University (EDUC).