Mark Reeder ist ein in Berlin lebender Musikproduzent aus Manchester UK, der Ende der 70er Jahre nach West-Berlin zog. Er engagierte sich in der Berliner Underground-Musikszene und arbeitete zunächst als Vertreter für sein Freunde, der Band Joy Division und Factory Records in Berlin. In den frühen 80er Jahren wurde er Manager und Live-Toningenieur des Mädchenorchestra Malaria! und gründete seine eigenen Bands Die Unbekannten und Shark Vegas.
Während des Kalten Krieges organisierte er Fernsehsendungen über die Berliner Musikszene und schmuggelte West-Musik in den Osten. Höhepunkte waren zwei streng-geheime Konzerte der populären westdeutschen Punkband Die Toten Hosen in die Ostberliner Erlöserkirche und Hoffnungskirchen, die subtil zu den kulturellen Veränderungen beisteuerte, die schließlich zum Fall der Berliner Mauer beitrugen. Er wurde von der Staatssicherheit der DDR (Stasi) als Subversiv-Dekadent eingestuft.
Ende 1989 wurde Reeder eingeladen, für das staatliche Plattenlabel AMIGA das letzte Album der DDR (Torture by Die Vision) zu produzieren. Damit war er somit der erste und letztlich einzige Westler, dem diese Gelegenheit jemals gewährt wurde.
Im Dezember 1990 gründete er im Nach-Mauer Berlin das erste unabhängige Techno-Trance-Label MFS (Masterminded For Success) und startete die Karrieren von Künstlern wie Cosmic Baby, Ellen Allien, Mijk van Dijk und Paul van Dyk zum Internationalem Durchbruch.
Als Produzent und Filmkomponist schrieb er die Score-Musik für Filme wie Can Creativity Save the World? oder Nekromantik 2. Als Remixer arbeitete er mit Künstlern wie New Order, Depeche Mode, The Pet Shop Boys, John Foxx, Yello oder Die Toten Hosen zusammen. Mittlerweile ist er durch den Dokumentarfilm „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“, der sein Leben in der Stadt während des Kalten Krieges schildert, zu einer der angesehensten Figuren der Berliner Underground-Musikszene geworden.